Bildunterschrift: Die geplante Rentenreform ist zu teuer. Foto: Pixabay

Das neue Rentenpaket soll noch diese Woche unverändert in den Bundestag einziehen. Die Rente langfristig mithilfe einer Haltelinie zu stabilisieren ist unrealistisch und lenkt vom eigentlichen Problem des demographischen Wandels ab. 

Ein Kommentar von Teresa Booms

Beim jetzigen Rentenpaket geht es darum gesetzlich festzulegen, wie hoch die durchschnittliche Rente bis 2031 im Verhältnis zum Durchschnittslohn sein soll. Die Koalition plant das Rentenniveau bis 2031 bei 48% stabil zu halten und danach von dort aus langsam abzusenken. Die junge Union möchte, dass die Rente ab 2031 von dem ursprünglichen Niveau aus abgesenkt wird.

Richtig ist, dass wir auch in Zukunft noch eine stabile Rente brauchen. Auch für die, die nicht so lange arbeiten und weniger verdienen. Aber dieses Rentenpaket ist keine langfristige Loesung. Es sichert die jetzige Regierung nur für die nächsten Jahre ab und spätestens 2031 kann die Regierung sich dann wieder mit der Finanzierung der Rente beschäftigen. Der Generationenvertrag beschreibt, dass die junge Generation mit ihrem Beitrag in die Rentenkasse die Rente der älteren Generation finanziert. Dieser funktioniert wegen des demographischen Wandels schon lange nicht mehr. Das ignoriert die Bundesregierung aber gekonnt.

Finanzierung durch Steuermittel
Laut einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung erhalten alle Geburtsjahrgänge ab den 1940er Jahren bis 2010 höhere Rentenrenditen als ohne Reform, da das Niveau auch nach 2031 nur schrittweise ausgehend von 48% sinken darf und die Rente nicht durch höhere Rentenbeiträge, sondern durch Steuermittel finanziert werden soll. Das bedeutet,, dass die Jüngeren auch von der Reform profitieren und nicht alleine für die höhere Rente zahlen. Allerdings muss das Geld trotzdem irgendwo herkommen. Der Bundeshaushalt ist bereits seit Jahren angespannt und durch das Rentenpaket muss der Staat zukünftig dauerhaft noch mehr ausgeben. Die Staeuergelder, die in die Rente investiert werden sollen, fehlen dann an anderer Stelle.

Rente neu denken
Statt zu warten, was die geplante Rentenkomission empfiehlt und dann eine vernünftige Rentenreform durchzubringen, wird ein sehr teurer Spaß voreilig durchgesetzt. Wir müssen das Rentensystem überdenken und andere Möglichkeiten wie die Aktienrente in Erwägung ziehen. Es ist naive zu denken, dass es so einfach weitergehen kann mit der Rente.