Bildunterschrift: Das OBEX bringt die Formel1 zurück nach Deutschland. Foto: Nicolas Haack

Bis Mitte April findet man in Oberhausen die Formel 1-Ausstellung. Hier gibt es, neben originalen Autos auch einiges zur Geschichte und Technik der F1 zu sehen.

Von Ben Laakmann und Nicolas Haack

Seit dem Jahr 2021 sucht man im Rennkalender vergebens nach einem Deutschen Grand Prix. Das lässt sich vor allem auf die hohen Kosten und fehlende staatliche Förderung zurückführen. Um den deutschen Markt im Geschehen zu halten, setzt die Formel 1 verstärkt auf Events abseits der Strecke, um das Interesse für den Sport aufrechtzuhalten.

Geschichte in Einzelteilen
Als wahrscheinlich größte Highlights findet man sieben Original-Formel-1-Autos ausgestellt. Diese reichen von Jackie Stewarts Matra aus dem Jahre 1969 bis zu Max Verstappens erstem Weltmeisterauto 2021. Wer neben den Fahrzeugen noch tiefer in die Materie einsteigen will, kann in thematisch gegliederten Bereichen viel über die Technik und Geschichte der Formel 1 erfahren. So wird beispielsweise eine Vorderradaufhängung in all ihre Einzelteilen zerlegt, präsentiert und erklärt. Auch zentrale Fahrzeugkomponenten wie der Frontflügel, der maßgeblich für den Antrieb und die Performance des Autos verantwortlich ist, werden anschaulich erklärt. 

Fahrer und Duelle
Abseits des Technischen bietet die Ausstellung ebenfalls viel Sehenswertes. Im Bereich „Drivers and Duels“ erfahren Besucher mehr über die Persönlichkeiten der Fahrer und deren Rivvalitäten. Auch dem deutschen F1-Erfolg wird ein eigener Raum gewidmet, in dem nicht nur die größten deutschen Fahrer, sondern auch Strecken oder deutsche Motoren zu sehen sind.

Ein Highlight für deutsche Fans
Für den langjährigen F1-Fan Christian Schulte aus Duisburg ist ein Besuch besonders lohnenswert. „Die Formel 1 hat in Deutschland immer noch viele Fans. Es ist schön zu sehen, dass die Deutschen zumindest etwas zu sehen bekommen“, sagt er. Deutsche Rennstrecken wie der Nürburgring können sich kein Formel-1-Rennen mehr leisten. Fans bleibt also nichts anderes übrig, als die Fahrt nach Belgien, Italien oder den Niederlanden anzutreten. 

Die F1-Ausstellung bringt ein Stück Formel 1 zurück nach Deutschland und birgt dabei viele Highlights. Für Schulte sticht ein Teil aber besonders hervor: „Highlight kann man es nicht nennen, aber das Wrack von Grosjean in echt zu sehen, war schon ein Gänsehautmoment. Als ich das im Fernsehen gesehen habe, da blieb uns allen, glaube ich, kurz das Herz stehen.“

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Im Bereich „Drivers and Duels“ steht der Mensch im Vordergrund. Sitzstellung, Rennanzüge und Helme aus verschiedensten Generationen können betrachtet und verglichen werden. Foto: Nicolas Haack
Der aus Klemmbausteinen nachgebaute McLaren in der Eingangshalle, besteht aus knapp 400.000 Teilen. Wer genau hinsieht erkennt: Die komplette Spitze des Frontflügels fehlt. Diese fuhr sich Lando Norris am Mercedes von George Russell ab. Vor dem Formel 1-Rennen in Miami 2025 dürfen alle Fahrer eine Runde in ihrem eigenen nachgebauten Auto fahren. Bei den Fahrern kam dies gut an, indem sie ein spontanes Rennen veranstalteten, bei dem nicht alle Autos heil wieder ankamen. Foto: Nicolas Haack
Die Ausstellung beginnt mit einer Zusammenfassung der Formel 1 Historie. Diese wird in fünf Epochen aufgeteilt und mit Interviews, kurzen Texten und Bildern erklärt. Foto: Nicolas Haack
Jackie Stewart holt 1969 im Matra MS80-02 seinen ersten WM-Titel. In den Folgejahren gewinnt Stewart noch zwei weitere Titel, wird aber vor allem bekannt für sein Streben nach mehr Sicherheit. Foto: Nicolas Haack
In Monza 2007 gewinnt Sebastian Vettel überraschend sein erstes Rennen im Toro Rosso STR2. Bis heute hat das Team nur einen weiteren Sieg ergattert. Foto: Nicolas Haack
Der RB16B. Im letzten Rennen überholt Max Verstappen in der letzten Runde seinen Rivalen Lewis Hamilton und gewinnt damit nicht nur das 2021 Saisonfinale, sondern auch seinen ersten Weltmeister-Titel. Foto: Nicolas Haack
Nach fünf Jahren des Scheiterns gelingt es Michael Schumacher mit dem Ferrari F1-2000 seinen ersten Titel in Ferrari rot zu gewinnen. Foto: Nicolas Haack
Rund 1.600 Reifen werden jedes Rennwochenende benutzt. Diese unterscheiden sich untereinander in Haltbarkeit und Geschwindigkeit. Mit einer Höhe von 45 cm und 32 cm in der Breite sind die rund 21 Kilogramm schweren Reifen die größten und schwersten Formel 1-Reifen aller Zeiten. Foto: Nicolas Haack
Von Fangio über Schumacher bis hin zu Hamilton. Die Wall of Fame fasst die größten Namen des Sports zusammen. Insgesamt gewannen diese zehn Fahrer 39 Weltmeistertitel und 435 Rennen. Foto: Nicolas Haack
Jedes Teil eines Formel 1-Autos hat eine Funktion. Um schneller durch eine Kurve zu kommen oder besser Beschleunigen zu können. Wie genau dies geschieht, erfährt man durch Erklär-Videos und weitere Grafiken. Um die technischen Weiterentwicklungen anhand von Autos zu zeigen, steht in der Mitte des „Revolution by Design“ Raumes ein Mercedes aus dem Jahr 1934 und aus 2011. Foto: Nicolas Haack
Beim Großen Preis von Bahrain 2020 kracht Romain Grosjean nach einer Kollision fast ungebremst in und durch eine Leitplanke. Das Auto geht in Flammen auf und teilt sich in zwei Teile. Wie durch ein Wunder schafft es der Franzose aus dem Wrack und trägt nur leichte Verbrennungen davon. Foto: Nicolas Haack
Der „German Drive“ Raum bezieht sich allein auf die deutschen Errungenschaften in der Formel 1-Geschichte. Im Mittelpunkt steht der Rennwagen A8 des Formel 1-Team Arrows aus dem Jahre 1985. Der eingebaute BMW Motor war einer der fortschrittlichsten zu seiner Zeit. Der turbogeladene Reihenvierzylinder konnte für bestimmte Momente bis zu 1.200 PS produzieren. Foto: Nicolas Haack
Zum Schluss der Ausstellung sind alle 20 Fahrer der Saison in Lebensgröße an der Wand. Der kleinste ist Yuki Tsunoda, mit einer Größe von gerade mal 1,60 Meter. Foto: Nicolas Haack
Wer sich anschließend selber wie ein F1 Fahrer fühlt, kann im Simulator auf dem Red Bull Ring, Runden drehen. Foto: Nicolas Haack