Bildunterschrift: Donald Trump schließt einen Militärangriff in Grönland nicht aus. Das sollte er sich zweimal überlegen. Foto: Unsplash
Donald Trump will sich Grönland sichern. Einen Militärangriff schließt der US-Präsident nicht aus. Dazu darf es nicht kommen.
Ein Kommentar von Jannik Paula
Grönland als Teil der USA? Skurril, könnte man meinen. Doch nach der Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und seiner Ehefrau hat US-Präsident Donald Trump sein nächstes Ziel ausgerufen. Ein Einsatz militärischer Gewalt wäre dabei eine Katastrophe.
NATO in Gefahr
Grönland ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark und damit auch zur NATO. Sollte die USA demnach einen Angriff auf die Insel vollziehen, wäre dies ein Angriff innerhalb des traditionellen Nordatlantikpaktes. Das wäre ein schwerer Schlag und möglicherweise sogar das Ende des wohl wichtigsten Verteidigungsbündnisses der Welt.
Deutschland müsste Grönland helfen
In einem solchen Fall würde nämlich Artikel 5 des Atlantikvertrags gelten. Deutschland, Frankreich und weitere NATO-Länder wären nach diesem verpflichtet, Grönland Beistand zu leisten und sich gegen Trump und die USA zu stellen – und damit gegen einen anderen Vertreter des Verteidigungsbündnisses. Zu einem solchen Szenario darf es nicht kommen.
Es wäre ein massives Zeichen der Schwäche, das die NATO an die Außenwelt senden würde, sollte es zu militärischen Auseinandersetzungen im Inneren kommen. Präsident Trump sollte sein Vorhaben daher schleunigst überdenken. Andernfalls könnten der NATO und dem grundsätzlichen Sicherheitskollektiv dunkle Zeiten bevorstehen.


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