Bildunterschrift: Nach der Taktikbesprechung warten die Spieler aufgeregt auf ihr erstes Spiel. Foto: Maria Salem 

Die U8-Fußballmannschaft des FC Bergheim 2000 spielt bei ihrem ersten Hallenturnier mit. Gefühle von Vorfreude, Spannung und Nervosität machen sich bei den Siebenjährigen breit. 

Ein Bericht von Maria Salem und Nils Reifenrath 

Donnerstag ist Trainingstag. Der FC Bergheim 2000 hat einen großen Trainingsplatz. Für das heutige Training reicht allerdings ein kleines Spielfeld. Felix Vieß und Marvin Schuster sind beide 22 Jahre alt und trainieren ehrenamtlich seit etwa einem Jahr eine F-Jugend. Die Spieler sind im Schnitt Sechs bis Sieben Jahre alt. Felix macht eine Ausbildung zum Erzieher. Marvin hingegen studiert Sportmanagement.

Felix Vieß (r.) und Marvin Schuster (l.) engagieren sich ehrenamtlich als Trainer für die Grundschulkinder. Foto: Nils Reifenrath  

Kleine Schritte, große Wirkung
„Die Arbeit mit Kindern erfüllt mich einfach. Ich habe mindestens genauso viel Spaß wie die Jungs“, erklärt Felix Vieß. „Außerdem hübscht es meinen Lebenslauf etwas aus. Ich denke ein Ehrenamt in diesem Bereich ist für meine weitere Karriere förderlich“ fügt er hinzu. Marvin Schuster treibt etwas anderes an: „Trainer sein – das war schon immer ein Traum. Klar, das ist jetzt nicht die Bundesliga. Aber jeder fängt mal klein an“.  

Zu der Stelle kamen sie durch einen Arbeitskollegen von Felix. Die Idee gefiel ihm sofort, und als bester Freund war auch Marvin schnell überzeugt. Bis heute kommen sie wöchentlich gerne zum Training – auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft.

„Gerade, weil die Jungs noch unerfahren sind, hat man nicht immer nur Erfolgserlebnisse“, erzählt Marvin Schuster, während Felix Vieß die heutigen Trainingsaufgaben den Kindern erklärt. „Erst müssen die Jungs richtig Spaß am Spiel lernen. Dann kann man irgendwann professioneller trainieren“, stellt Schuster klar. 

Trainer, Vorbild und Freund
Beim Training wehrt der Torwart Ball für Ball ab. Die Spieler sind zunehmend frustriert. „Marvin soll schießen, Marvin soll schießen“, rufen sie schließlich. Marvin grinst, schießt und trifft das Netz. Die Jungs lachen und schreien vor Freude. Gelassen erklärt Marvin, wie er den Ball geschossen hat. 

„Die Jungs sind klasse“, sagt ein Vater und zeigt auf die TrainerVom Spielfeldrand aus hat er bereits das ganze Training beobachtet. „Die ganze Woche geht es um Donnerstag. Donnerstag ist Fußballtag“, fügt er schmunzelnd hinzu. Auch die Kinder sind überzeugt: „Felix und Marvin sind so gut. Felix kann so hart schießen und so schnell laufen“, sagt einer der Jungs nach dem Training. 

Großer Spieltag auf kleinem Platz
Tag des Turniers. Die Eltern und Sponsoren haben für eine reichliche Essensauswahl gesorgt. Statt Stadionwurst, Pommes und Bier gibt es Salamibroetchen, Waffeln und Säfte.

„Die letzten Wochen Training waren nicht umsonst. Heute sind wir super drauf. Jeder Einzelne von euch!“, ruft Marvin und streckt den Arm in die Hoehe. Im Chor brüllen die Spieler los und laufen auf das Spielfeld. Der Anpfiff ertoent. 

Spielbeginn
Weniger teures Marketing und feinste Analysen, dafür umso mehr Geduld, Empathie und Spaß am Kicken. Professionell stehen die beiden Trainer am Rand des Spielfelds. Ihre lauten Anweisungen mischen sich mit dem Geräusch von quietschenden Turnschuhen auf dem Hallenboden. 

Schlusspfiff. Zeit für eine Taktikbesprechung. Lob aussprechen, Tipps geben und Fehler besprechen. Voller Energie turnen die Kinder auf der Tribüne herum. „So, jetzt hören alle zu!“ sagt Felix konsequent. Die Gruppe verstummt. 

Jetzt zählt alles! 
In wenigen Minuten beginnt das letzte Spiel. „Die sind viel zu gut“, sagt ein Junge des Teams und schlägt frustriert die Arme nach oben. „Falsche Einstellung! Zusammen könnt ihr sie besiegen. Lasst euch nicht unterkriegen“, entgegnet Felix selbstsicher und hält die Hand hin. Der Junge schlägt ein. 

Die Motivation hat gewirkt. Ein letztes, tapferes Spiel krönt den FC Bergheim zum zweiten Platz des Turniers. Die Eltern jubeln. Die Spieler springen freudig in die Luft. Marvin und Felix klatschen ihre Mannschaft stolz ab. 

Medaillen und Fruchtgummis 
Voller Stolz nehmen die Spieler ihre Belohnung entgegen. Keine unfassbaren Geldsummen und Bierduschen sind nötig. Kleine Medaillen und eine große Tüte Haribo reichen, um den tollen Tag abzurunden. 

Spannung, Emotionen, Rückschläge und Erfolgsmomente – ein paar Eindrücke des Tages festgehalten. Hier geht es zur Bildergalerie:

Taktikbesprechung. Felix sorgt für Ruhe, Marvin gibt die Anweisungen. Auf Augenhöhe erklärt er den Spielern, dass sie auf dem Spielfeld mehr kommunizieren müssen. (Foto: Nils Reifenrath)
Schwierigkeiten im Zusammenspiel. Zu hektisch verlieren die Jungs die Bälle. Vom Spielfeldrand rufen die beiden Trainer ihren Spielern Anweisungen zu. Für sie heißt es jetzt: Die Spieler hautnah begleiten. (Foto: Maria Salem)
Das erste Gegentor. Der gegnerische Spieler ist zu schnell für die Verteidiger. „Nicht schlimm. Nicht entmutigen lassen“, lauten die Anweisungen der Trainer. Der FC Bergheim 2000 muss jetzt schwitzen. (Foto: Maria Salem)
Selbst in der Pause lässt das Turnier die Spieler nicht los. Gespannt beobachten sie die kommenden Gegner. „Gegen die spielen wir gleich“, sagt der Spieler Adam. (Foto: Nils Reifenrath)
In der Halbzeitpause nutzen die Jungs die Zeit, um Schüsse und Spielzüge zu üben. Abwechselnd stellen sie Torwart Yassin auf die Probe. Die Vorbereitung auf das letzte Spiel läuft. (Foto: Maria Salem)
Torwart Yassin ist ein wichtiger Rückhalt für die Mannschaft. Mit seiner schnellen Reaktionsfähigkeit und seinem sicheren Auftreten gibt er der Gruppe Stabilität und trägt dazu bei, dass sie bis zum Turnierende konkurrenzfähig bleibt. (Foto: Maria Salem)
Arbeit auf und neben dem Platz. Mit einer Niederlage im Rücken und einem starken Gegner voraus herrscht Nervosität und den Spielern. Doch für Unsicherheiten ist heute keine Zeit. Motivierend treiben die Trainer die Mannschaft vor dem letzten Spiel an. (Foto: Maria Salem)
Mit der Verleihung der Silbermedaillen endet das Turnier für die Mannschaft. Gemeinsam bilden Spieler und Trainer einen Kreis und posieren für das abschließende Gruppenfoto. (Foto: Maria Salem)