Bildunterschrift: Die Kammerkätzchen um Tobias Fischer (vorne mittig) beim Training. Foto: Kammerkätzchen

Bunte Kostüme, mitreißende Musik und ausgelassene Stimmung – Karneval ist für viele Menschen die fünfte Jahreszeit. Doch hinter den Bühnenauftritten steckt weit mehr als reine Freude am Feiern. Wir von tagger.de waren bei einer Probe der Kölner Kammerkätzchen mit dabei.

Ein Bericht von Milica Markovic und Lennart Illing

Rund 20 Tänzerinnen und Tänzer stehen konzentriert in der Halle, als die Musik einsetzt. Getanzt wird klassischer kölscher Gardetanz, kombiniert mit modernen Elementen: schnelle Schrittfolgen, akrobatische Hebefiguren und synchrone Formationen wechseln sich ab. Die Choreografien werden mehrfach komplett durchgetanzt, immer wieder unterbrochen von kurzen Pausen zum Durchatmen.

Die Probe erfordert Kondition, Koordination und mentale Stärke. Trotzdem ist die Stimmung durchweg positiv. Es wird gelacht, angefeuert und motiviert. Fehler werden offen angesprochen und gemeinsam korrigiert. Mittendrin trainiert Tobias Fischer, der seit mehreren Jahren Teil der Kammerkätzchen ist. Für ihn ist die Gruppe weit mehr als ein Hobby: „Wenn’s die Kammerkätzchen nicht gäbe, würde ich glaub ich immer noch in diesem depressiven Loch festhängen“, sagt er offen.

Die Gemeinschaft ist die tragende Säule
Trainiert werden die Kammerkätzchen von einem dreiköpfigen Team um Trainer und Choreograf Sascha Epstein, unterstützt von Viktoria Schmitz und Jens Käbbe. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten im Trainerteam sorgen für eine vielseitige Ansprache. Der eine ist direkt, die andere besonders empathisch. Das schafft Vertrauen und gibt den Tänzerinnen und Tänzern Sicherheit, sagt Tobias Fischer.

Gerade für ihn spielte dieser Zusammenhalt eine entscheidende Rolle. Nach einer schweren Verletzung fand er den Weg zum Verein. „Ich bin damals vor vier Jahren nach einer schweren Verletzung zu den Kammerkätzchen und Kammerdienern gekommen. Eine Freundin hat hier getanzt und so bin ich dann hier gelandet“, erzählt er. Die Zeit nach der Verletzung sei schwierig gewesen, sowohl körperlich als auch mental. „Die Kammerkätzchen bedeuten mir ganz viel. Ich steckte nach der Verletzung in so einem depressiven Loch fest. Und die Gruppe hat mich da rausgeholt.“

Mit Leidenschaft in die kommende Session
Die Kölner Kammerkätzchen treten nicht nur in Köln und der Region auf, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus, etwa in den Beneluxländern. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an Präzision, Ausdauer und Bühnenpräsenz. Die intensive Probenarbeit zeigt, wie viel Disziplin und Leidenschaft hinter den späteren Auftritten stecken.

Mit Blick auf die kommende Session ist die Motivation groß. Die Tänzerinnen und Tänzer wollen dem Publikum nicht nur einen mitreißenden Auftritt bieten, sondern auch zeigen, was Karneval für sie bedeutet: Gemeinschaft, Halt und Lebensfreude. Oder wie Tobias Fischer es formuliert: Ohne die Kammerkätzchen wäre sein Leben heute ein anderes.

Wer die Karnevalszeit kaum erwarten kann, bekommt hier einen kleinen Vorgeschmack. Wir waren bei einer Probe dabei und haben mit den Beteiligten über ihre Leidenschaft gesprochen: https://youtu.be/b32WmZfzsP8