Bildunterschrift: Medizinische Technologin Annika Willemsen im Labor des mvzlm Ruhr in Essen-Huttrop. Gemeinsam mit hochmodernisierten Geräten sorgt sie dafür, dass Blutproben zuverlässig ausgewertet werden. (Foto: Amy Lee Driemel und Cynthia Benninghofen)
Mehr Infektionen bedeuten im Winter auch mehr Blutproben. Wie im Essener Blutlabor klare Abläufe und moderne Technik dafür sorgen, dass Ergebnisse schnell vorliegen.
Ein Bericht von Cynthia Benninghofen und Amy Lee Driemel
Draußen ist es kalt, in Wartezimmern wird gehustet. Auch an Feiertagen. Während viele Menschen an Weihnachten bei ihren Familien sitzen, kommen im Medizinischen Versorgungszentrum für Labormedizin und Mikrobiologie Ruhr in Essen-Huttrop Blutproben an. Der Betrieb läuft rund um die Uhr.
Annika Willemsen arbeitet an diesem Tag im Labor. Seit drei Jahren ist sie medizinische Technologin. „Für uns macht es keinen Unterschied, ob Montag ist oder Heiligabend“, sagt sie. „Im Krankenhaus will man auch um 20 Uhr an Weihnachten wissen, ob jemand einen Herzinfarkt hat.“
Im mvzlm Ruhr werden Blutproben für Kliniken und Arztpraxen untersucht. Laborfachkräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie IT-Fachleute arbeiten hier zusammen, damit Ergebnisse schnell weitergegeben werden können. Besonders im Winter steigt die Zahl der Proben spürbar.
Routine unter Zeitdruck
Jede Blutprobe kommt in einem kleinen Röhrchen an. Sie wird eingescannt, die Daten werden im Computersystem gespeichert. Danach geht es weiter, fast ohne Stillstand. „Vieles läuft automatisch“, erklärt Willemsen. „Aber wir behalten alles im Blick.“ Fällt etwas auf, etwa ein falsch beschriftetes Röhrchen oder zu wenig Blut, wird die Probe aussortiert und neu angefordert.
Entscheidungen im Hintergrund
Ein wichtiger Schritt ist das Zentrifugieren. Dabei wird das Blut in einer Maschine schnell gedreht, sodass sich seine Bestandteile trennen. Anschließend werden Werte gemessen, die Ärztinnen und Ärzten bei Entscheidungen helfen – etwa bei Entzündungen, Herzproblemen oder vor einer Bluttransfusion. Computerprogramme markieren auffällige Ergebnisse. Freigegeben wird jedoch nichts automatisch.
Erfahrung und Verantwortung
Bevor Befunde weitergeleitet werden, prüft immer ein Mensch die Ergebnisse. Eine von ihnen ist Karin Matter-Heiming. Seit rund 30 Jahren arbeitet sie im Labor, auch während der Corona-Pandemie war sie hier. „Wenn viel los ist, hilft Erfahrung“, sagt sie. „Man weiß, worauf es ankommt.“
Viele der Mitarbeitenden im Labor sind Frauen, schätzungsweise rund zwei Drittel. Sie arbeiten in Schichten, auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. „Man sieht die Patientinnen und Patienten nicht“, sagt Willemsen. „Aber man weiß, dass die Ergebnisse gebraucht werden.“
Große Worte braucht es dafür nicht. Die Proben kommen trotzdem. Und irgendwo wartet jemand auf ein Ergebnis.
Zwischen Routine und Verantwortung: Die Bildstrecke begleitet den Weg einer Blutprobe durch das Essener Labor -von der Ankunft bis zur letzten Kontrolle. Sie zeigt, warum auch an Feiertagen Menschen arbeiten, wenn medizinische Entscheidungen nicht warten können.










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