Bildunterschrift: Die Sternsingerinnen und Sternsinger klingeln an den Haustüren und verteilen den Segen für das Jahr 2026. Foto: Noémi Enendu
In diesen Tagen sind auch in Dortmund-Mitte wieder Jungen und Mädchen als Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs. Sie sammeln Spenden für bedürftige Kinder. Die Aktion steht unter dem Motto: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“.
Von Teresa Booms und Noémi Enendu
Zum Dreikönigstag am 6. Januar ziehen die verkleideten Königinnen und Könige aus der St. Bonifatius Gemeinde von Haus zu Haus und sammeln Spenden für den guten Zweck. Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternensingen gegen Kinderarbeit“ sammeln wieder zahlreiche Kinder und Jugendliche in Dortmund-Mitte Spenden. Damit sollen Kinder in Bangladesch zur Schule gehen können. Seit 1959 gibt es die Solidaritätsaktion in der katholischen Kirche, die jedes Jahr ein anderes Land und dessen Kinder in Not in den Fokus stellt.
Gesegneter Auftakt und große Spendenbereitschaft
Bevor es für alle Gruppen losgeht, gibt es im Gemeindehaus den Segen und die rund 40 Sternsingerinnen und Sternsinger singen gemeinsam das Lied „Stern über Bethlehem“. Sechs Gruppen mit je sechs Königinnen und Königen machen sich dann in alle Richtungen auf den Weg, um Spenden zu sammeln. Sie klingeln bei denen, die sich zuvor angemeldet haben. In den Wochen vor dem Dreikönigstag liegen in der Kirche Listen aus, in die man sich eintragen kann. Falls man das mal vergisst, aber die Jahre zuvor schon mal angemeldet war, versuchen die Sternsingerinnen und Sternsinger trotzdem bei den Menschen zu klingeln. Doch auch unterwegs werfen immer wieder Passantinnen und Passanten ein paar Münzen in die Spendenbox.
Gesang und Segen gegen Aufkleber
Mathilda ist zum ersten Mal dabei und ist heute für die Spendenbox verantwortlich: „Hier sind schon ganz viele Zehner und Zwanziger drin“, freut sich die Neunjährige. Nicht nur die kleine Königin erfreut sich an der Aktion, auch die Menschen, die die Kinder besuchen, freuen sich auf die Sternsingerinnen und Sternsinger. Mit einem breiten Lächeln öffnen sie ihre Haustür und hören den Sternsingerinnen und Sternsingern zu, während diese singen und den Segen vortragen. Danach gibt es für die Menschen immer einen Aufkleber mit der Aufschrift: 20*C+M+B+26. Dabei stehen die 20 und 26 für das jeweilige Jahr und C+M+B für „Christus mansionem benedicat“, das bedeutet „Christus segne dieses Haus“.
Bei Wind und Wetter: Kinder helfen KindernFür viele ist das Sternsingen mehr als nur eine Tradition. „Ich finde es gut, dass Kinder, die die Option haben, sich für Kinder einsetzen, die nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie sie“, sagt Finja Uibel. Sie ist seit drei Jahren Leiterin in der Gemeinde und begleitet die Sternsingerinnen und Sternsinger seitdem. Durch die Aktion erfahren die Kinder, wie wichtig Solidarität und Verantwortung sind. Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei Gleichaltrigen in anderen Ländern eine Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen.
Trotz Kälte und Schnee lassen sich die Kinder nichts anmerken. Mit Sternenstock in der Hand und selbstgebastelter Krone auf dem Kopf laufen die Sternsingerinnen und Sternsinger durch die Dämmerung von Haus zu Haus.
Neuer Spendenrekord
Nach zwei Stunden, einer gefüllten Spendenbox und einem noch volleren Süßigkeitenbeutel geht es zurück ins Gemeindehaus. Dort werden die eingesammelten Spenden von den Betreuerinnen und Betreuern gezählt: 622,40 Euro hat die Gruppe bereits am ersten Tag eingenommen. Insgesamt haben die sechs Gruppen am ersten Tag 1748 Euro gesammelt. Die Spenden werden an Partnerorganisationen in Bangladesch und rund hundert anderen Ländern weitergegeben. Die Partnerorganisationen befreien Kinder aus gesundheitsschädlichen Arbeitsverhältnissen, organisieren Förderkurse zur Wiedereinschulung und sensibilisieren die Eltern für das Recht auf Bildung. In Bangladesch sind dafür vor allem die Caritas Bangladesch und die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) zuständig. Im letzten Jahr haben die Sternsingerinnen und Sternsinger der St. Bonifatius Gemeinde an zwei Tagen rund 6000 Euro eingenommen. Die Summe wird jährlich beim Sternsingergottesdienst am Sonntag bekannt gegeben. In diesem Jahr sind es 6717 Euro. Das ist ein neuer Rekord und die Hoffnung ist groß, dass die kommenden Jahre ebenso erfolgreich verlaufen.
Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs in Dortmund-Mitte – hier geht es zur Bildergalerie:










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