Bildunterschrift: Muskelkater ist oft eine Folge von ungewohnter oder intensiver Belastung. Foto: Unsplash

Schlaffe Arme und es zieht beim Treppensteigen in den Beinen? Der Muskelkater schleicht sich an. Wir von tagger.de beantworten eure Fragen: Woher die Schmerzen kommen, was dagegen hilft und wie ihr Muskelkater vorbeugen könnt. 

Von Noémi Enendu

Was ist Muskelkater?
Muskelkater ist das Ergebnis von Überbelastung der Muskulatur nach neuen oder ungewöhnlichen Trainings- oder Bewegungseinheiten. Muskelkater kann aber auch nach einer längeren Trainingspause oder durch Überschätzung der eigenen Belastbarkeit entstehen. Er tritt meistens 12 bis 48 Stunden nach Belastung auf. Muskelkater ist weder als positiv noch als negativ zu bewerten. Er ist eher ein Zeichen für ungewohnte Belastung. Diese kann das Wachstum des Muskels anregen, aber auch auf Überforderung hinweisen. 

Wie entsteht Muskelkater in meinem Körper?
Bei Überlastung entstehen Mikrorisse in den Muskelfasern, wodurch Wasser in die Fasern eindringt. Die vermehrte Ansammlung bringt den Muskel zum Anschwellen. Dadurch fängt er an, sich zu dehnen. Dieser Vorgang macht ihn zu diesem Zeitpunkt druckempfindlich. Physiotherapeutin Savannah Steindl aus Essen betont: „Besonders häufig tritt Muskelkater auf, wenn die so genannte Exzentrik eines Muskels trainiert wird. Das heißt, der Muskel wird unter Belastung gedehnt, wie beim Absenken einer Hantel.“

Was kann ich gegen Muskelkater tun? 
Vor allem Wärme hilft – Kirschkernkissen, Wärmflasche, ein heißes Bad oder Sauna lockern die Muskulatur. Auch leichtes Dehnen, ein Spaziergang, Radfahren oder Schwimmen können dem Muskelkater entgegenwirken. Es ist ratsam, Magnesium zu sich zu nehmen, da es die Muskeln entspannen kann. Auf hartes Training solle man während der Heilung auf jeden Fall verzichten, so Steindl.  

Wie kann ich Muskelkater vorbeugen? 
Regelmäßiges Training hilft, Muskelkater vorzubeugen. Außerdem sollten Leistung und Gewicht nur langsam gesteigert werden, um eine Überlastung zu vermeiden. Auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. Durch eine ausgewogene und magnesiumreiche Ernährung kann Muskelkater gelindert werden. Lebensmittel wie Cashewkerne, Haselnüsse, Haferflocken und weiße Bohnen haben besonders viel Magnesium.  

Ab wann ist Muskelkater zu viel und kann schädlich werden?
„Man darf die Muskelgruppe spüren, die man trainiert hat“, so Steindl, das helfe beim Muskelwachstum. Kritisch wird es erst, wenn du in deinen Bewegungen deutlich eingeschränkt bist, das sei nicht gerade förderlich für den Muskel. Langwierige Schäden würde Muskelkater, laut Physiotherapeutin Steindl, jedoch nicht verursachen. 

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