Bildunterschrift: Fahrzeugsperren gehören inzwischen zum Essener Weihnachtsmarkt dazu. Foto: Jannik Paula

Terrorsperren und strenge Sicherheitskonzepte – vor zwanzig Jahren noch undenkbar, heute Realität auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Doch die Sorgen der Besucher bleiben.

Ein Bericht von Jannik Paula

Essen

Terrorsperren, ein privater Sicherheitsdienst und ein hohes Polizeiaufgebot: Die Sicherheitsmaßnahmen der Essen Marketing GmbH (EMG) für den Essener Weihnachtsmarkt haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. 

Grund dafür sind unter anderem Anschläge auf die Weihnachtsmärkte in Berlin (2016) und Magdeburg (2024), bei denen insgesamt 18 Menschen getötet und knapp 450 weitere verletzt wurden. Doch trotz der verschärften Sicherheitsmaßnahmen haben einige Essener Weihnachtsmarktbesucher ein mulmiges Gefühl. So auch der 55-jährige Bert Hövel.

„Man hat das definitiv im Hinterkopf und es schwebt natürlich auch mit. Wenn ich jetzt auf dem Weihnachtsmarkt oder anderen Veranstaltungen bin, schaue ich auch schon, ob dort Betonblöcke oder Sperren stehen, die verhindern, dass Autos durchkommen. Das ist schon präsent und war früher entspannter. Da hat man nie über sowas nachgedacht“, sagt Bert Hövel.

Polizei glaubt: „Höchstmaß an Sicherheit ist garantiert“
Hendrik Heyer, Sprecher des Essener Polizeipräsidiums, kann dieses Gefühl durchaus verstehen. „Wir hatten in den letzten Jahren immer wieder Vorfälle, darunter Anschläge auf Weihnachtsmärkten. Deshalb können wir natürlich nachvollziehen, dass das subjektive Sicherheitsgefühl beeinträchtigt ist und man sich unwohler fühlt.“

Ein Sicherheitsgefühl von 100 Prozent könne nur über einen längeren Zeitraum wiederhergestellt werden, meint Heyer. Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, dass der Essener Weihnachtsmarkt mit seinen getroffenen Sicherheitsmaßnahmen „gut aufgestellt ist und ein Höchstmaß an Sicherheit garantiert“, wenn er am 14. November eröffnet. 

Die Aufbauarbeiten auf dem Essener Weihnachtsmarkt laufen auf Hochtouren. Foto: Jannik Paula

Trotz Unsicherheitsgefühl: „Ich werde natürlich nicht zuhause bleiben“

Auch die Polizei wird wieder mit einem starken Aufgebot vor Ort sein und sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte einsetzen, um ihre Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt zu zeigen. „Wir möchten, dass sich alle auf dem Weihnachtsmarkt sicher fühlen, und werden für die bestmögliche Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sorgen“, verspricht Hendrik Heyer.

Und Bert Hövel? Der will sich trotz seiner Unsicherheit „nicht zuhause verstecken“ und auch in diesem Jahr wieder über den Essener Kennedyplatz schlendern. „Ich werde deswegen natürlich nicht zuhause bleiben. Ich muss einfach in Kauf nehmen, dass ich vielleicht mehr Respekt davor habe. Trotzdem werde ich mich auch dieses Jahr wieder mit alten Freunden treffen und mit der Familie hingehen.“