Bildunterschrift: Ob Tabletten, Verbandmaterial oder Hilfsmittel: Wer genug zu Hause hat, kann sich bei kleinen Notfällen selbst helfen. Foto: UNSPLASH

Es ist Sonntag, und man wacht mit Halsweh, Husten und Fieber auf. Gut, wenn man vorgesorgt hat. Aber was gehört in eine gute Hausapotheke? Wir von tagger.de zeigen, welche Medikamente ihr zuhause haben solltet. 

Von Kira Komisarek

Warum sollte man eine Hausapotheke haben?
Martina Keller, pharmazeutisch-technische Assistentin in der Kreuz-Apotheke in Gelsenkirchen, sagt: „Eine Hausapotheke ist sinnvoll. Zum Beispiel für den Fall, dass man sich im Haushalt oder Garten verletzt. Oder man wird plötzlich krank. Dann hat man einen Grundstock an wichtigen Medikamenten zu Hause. So kann man sich erstmal selbst versorgen und muss nicht für jede Kleinigkeit zum Doktor.“

Was gehört in eine gut ausgestattete Hausapotheke?
Eine Hausapotheke sollte nicht nur aus rezeptfreien Medikamenten bestehen, sondern auch aus Verbandsmaterial und einigen Hilfsmitteln.

Diese Medikamente sollten in der Hausapotheke vorhanden sein:

  • Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente
  • Jeweils ein Mittel gegen Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Verstopfung
  • Eine Elektrolytlösung bei Durchfall, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen
  • Brand- und Wundsalbe
  • Cremes oder Salben gegen Juckreiz, Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Ein kühlendes und abschwellendes Gel
  • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
  • Hustenlösende Mittel

Folgendes Verbandsmaterial sollte man zu Hause haben:

  • Pflaster
  • Sterile Kompressen
  • Mullbinden in verschiedener Breite
  • Verbandwatte zum Auspolstern von Verbänden
  • Dreiecktuch, um daraus im Notfall eine Armschlinge binden zu können
  • Sicherheitsnadeln, Verbandklammern und Heftpflaster
  • (Verband-)Schere

In keiner Hausapotheke sollten folgende Hilfsmittel fehlen:

  • Eine Pinzette, um Splitter zu entfernen
  • Eine Zeckenzange
  • Ein Fieberthermometer
  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Wärmflasche oder Wärmepflaster
  • Kühlkompressen

„So etwas wie Notfalladressen und die Nummer der Giftnotrufzentrale sollten auch enthalten sein“, sagt Martina Keller. Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist bundesweit die 116117. Hier könnt ihr euch auch außerhalb der Öffnungszeiten von Hausarztpraxen ärztliche Beratung einholen.

Wie bewahrt man die Medikamente richtig auf?
Die meisten Menschen lagern ihre Medikamente im Badezimmer oder in der Küche. Diese Räume sind allerdings wegen der hohen Luftfeuchtigkeit ungeeignet. Wichtig ist, dass Medikamente kühl, trocken und dunkel gelagert werden. 

Die Verpackungen und Beipackzettel solltet ihr ebenfalls aufbewahren. Bestenfalls beschriftet man die einzelnen Medikamente gut sichtbar mit ihrer Wirkung, zum Beispiel „Schmerzmittel“. Das macht es leichter, sie zu finden, und verhindert Verwechslungen.

Wie oft sollte die Hausapotheke kontrolliert werden?
Medikamente können nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ihre Wirkung verlieren und sollten dann nicht mehr eingenommen werden. Sobald ein Medikament komisch riecht, sich verfärbt oder eine krümelige Konsistenz entwickelt, muss es entsorgt werden.

Manche Arzneien, wie angerührte Salben, Augentropfen und Nasensprays haben neben dem Verfallsdatum eine Aufbrauchfrist, die ihr beachten müsst. Diese findet ihr in der Packungsbeilage oder auf der Umverpackung.

Abgelaufene Medikamente könnt ihr im Hausmüll entsorgen Eine Hausapotheke sollte regelmäßig aufgefüllt und einmal im Jahr kontrolliert werden. 

Quellen:

  • Martina Keller (Pharmazeutisch-technische Assistentin, Kreuz Apotheke Gelsenkirchen Ückendorf)
  • Malteser.de 
  • Barmer.de
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe